Gaming-Rechner bauen

Wer vor der Entscheidung steht Geld in einen neuen Gaming-Rechner zu investieren, sollte unbedingt auch in Betracht ziehen sich den Rechner selber zusammenzubauen. Auch wer in dieser Hinsicht noch über keinerlei Erfahrung verfügt, ist durchaus dazu in der Lage, sofern er zumindest mit einem Schraubendreher umgehen kann. Das Auswählen der Einzelkomponenten sowie der eigentliche Zusammenbau ist allenfalls mit mehr oder weniger Recherchearbeit und Zeitaufwand verbunden. Die Mühe lohnt sich aber durchaus, denn im Gegensatz zu Fertig-Rechnern haben Rechner „Marke Eigenbau“ zahlreiche Vorteile.

Der ideale Gaming-Rechner hängt von vielen Faktoren ab, eine universelle Anleitung kann daher nicht gegeben werden. Wichtig ist in jedem Fall dass man weiß, was der Wunsch-Rechner für Ansprüche erfüllen soll. Je konkreter die eigenen Vorstellungen, desto leichter wird die Auswahl der Komponenten und das gesamte Unterfangen Gaming-Rechner im Eigenbau. An ein wenig Eigenrecherche kommt man allerdings nicht umher wenn es um die genaue Auswahl der Einzelkomponenten geht.

Die Einzelkomponenten



Motherboard


Das Motherboard ist der Knotenpunkt des Rechners, hier laufen alle „Fäden“ zusammen. Der Sockel des Motherboards ist entscheidend für die spätere Auswahl des Prozessors der entweder von Intel oder AMD stammt. Weiterhin wichtig sind die verbauten Anschlüsse und Steckplätze, die allen gewünschten Komponenten mitsamt Verkabelungen Platz bieten müssen. DDR3-Slots für die RAM Module sind bei einem Gaming-Rechner unabdingbar, mit DDR4-Slots ist man auch für die Zukunft gut gerüstet.


Prozessor

Der Prozessor kann als das Herz des Rechners bezeichnet werden und ist neben der Grafikkarte maßgeblich für die Leistung verantwortlich. In einem Gaming-Rechner sollte ein Prozessor mit mindestens vier Kernen zum Einsatz kommen. Bei der Wahl des Prozessors muss die Entscheidung zwischen AMD und Intel getroffen werden, das Motherboard muss den gewählten Prozessor unterstützen. Im Vergleich zu früher macht es heute keinen großen Unterschied mehr ob man sich für einen Intel oder AMD Prozessor entscheidet, mit dem AMD Ryzen hat AMD wieder den Anschluss an die I7 Generation von Intel geschafft. Neben dem reinen Kostenfaktor sollte die Leistung unbedingt anhand verschiedener Benchmarks verglichen und den eigenen Ansprüchen nach ausgewählt werden.

Arbeitsspeicher

Egal ob DDR3 oder DDR4 RAM-Riegel, am besten sollte ein Kit aus zwei Riegeln verbaut werden um eine schnellere Datenübertragung zu ermöglichen. Derzeit ist man mit 16 GB RAM (2x8) für einen Gaming-Rechner gut bedient, mit 32 GB RAM (2x16) ist man auch in Zukunft auf der sicheren Seite.

Grafikkarte (GPU)

Bei der Auswahl der passenden Gaming-Grafikkarte muss darauf geachtet werden, dass die Standards DirectX12, OpenGL 4.0 und Vulkan unterstützt werden. Außerdem sollte sie mindestens 8 GB RAM bieten. Die GPU sollte unbedingt zur Leistung des Prozessors und auch zum verwendeten Monitor passen. Auch hier helfen Benchmarks dabei sich zu orientieren. Bei einigen Modellen kann es sein, dass sie zwei PCI-Express-Slots belegen, hier also unbedingt darauf achten, dass bei dem gewählten Motherboard auch ausreichend Steckplätze zur Verfügung stehen.



Festplatte

Aufgrund des enormen Geschwindigkeitsvorteils greift man bei der Festplatte bestenfalls auf eine SSD-Festplatte zurück. Diese sind zwar etwas teurer als mechanische Festplatten, der Unterschied macht sich aber in jedem Fall hinsichtlich Ladezeiten und Performance bemerkbar. Wer zusätzlich noch große Datenmengen auf seinem Rechner verwalten möchte (Filme, Musik, Fotos), sollte diese auf eine zusätzliche mechanische Festplatte auslagern. Diese kann auch als externer Datenträger angeschlossen werden.

Soundkarte

Das Spielerlebnis ist in jedem Fall auch vom Sound abhängig. Zwar besitzen Motherboards eine interne Soundkarte für die Klangwiedergabe, es ist jedoch zu empfehlen eine separate Soundkarte zu verwenden wenn man auf hochwertige Audioqualität nicht verzichten will. Als Alternative zu internen, an PCI-Express-Slots zu verbauenden Soundkarten kann man auch auf externe Soundkarten zurückgreifen die zumeist über einen USB Anschluss mit dem Rechner verbunden werden.

Lüfter

Eine effiziente Kühlung ist unabdingbar für einen Gaming-Rechner. Je nach Leistungsstärke des Rechners bietet sich auch eine Kombination aus mehreren Lüftern an, hier ist das Platzangebot des Gehäuses entscheidend. In jedem Fall sind Silent-Lüfter zu empfehlen um den Geräuschpegel des Rechners so gering wie möglich zu halten.

Eine Wasserkühlung ist nur erforderlich, wenn der Rechner übertaktet werden soll, dies ist jedoch ein recht komplexes und daher hier ausgesondertes Thema.

Optisches Laufwerk

Wer sich seine Games nicht ausschließlich via Steam auf den Rechner lädt, kommt an einem optischen Laufwerk nicht vorbei. Hier kommt es allerdings nicht so sehr auf die Leistung an, höchstens die Lautstärke könnte ein entscheidender Faktor bei der Auswahl sein. Notfalls lässt sich auch ein externes  Laufwerk über USB verwenden.

Netzteil

Auch wenn es zahlreiche Hersteller gibt die günstige Netzteile (PSU – Power Supply Unit) anbieten, das PSU ist definitiv die falsche Stelle zum Sparen. Hier sollte man unbedingt in ein gutes Markennetzteil investieren um zu vermeiden, dass es im Fall eines Kurzschlusses oder Überhitzungen auch andere Komponenten beschädigt. Entgegen der sehr verbreiteten Meinung, dass das Netzteil eines Gaming-Rechners eine möglichst hohe Watt-zahl benötigt, hängt es vielmehr von den verbauten Komponenten ab, welche Leistung das Netzteil haben muss. Am besten nutzt man einen PSU Kalkulator um die benötigte Watt-zahl zu ermitteln. Weiterhin sollte man beim Netzteil auf das 80 Plus Siegel achten welches Aufschluss über die Effizienz des Netzteils gibt.

Gehäuse

Das Gehäuse sollte der geplanten Hardware ausreichend Platz bieten und einen effektiven Luftstrom ermöglichen. Eine Interessante Option sind sogenannte „Silent-Cases“, die meist über eine integrierte Lüftung verfügen und einen besonders geringen Geräuschpegel aufweisen. Bei der Optik hingegen entscheidet hauptsächlich der persönliche Geschmack.

Der Zusammenbau

Beim Zusammenbau der einzelnen Hardware-Komponenten sollte man einige Dinge beachten. Zunächst einmal benötigt man ausreichend, Platz, Licht und die nötige Ruhe. Es empfiehlt sich zudem, die Montageanleitung der Komponenten zur Hand zu haben und sich auch unbedingt an diese zu halten. Weiterhin gilt es die einzelnen Komponenten in einer bestimmten Reihenfolge zu verbauen, beispielsweise macht es keinen Sinn zuerst große Kühler zu verbauen und anschließend den Rest. Dies wäre nicht nur äußerst umständlich sondern in den meisten Fällen auch unmöglich. Es empfiehlt sich also zunächst einmal das Motherboard im Gehäuse unterzubringen.

Wenn das Motherboard ordnungsgemäß im Gehäuse verbaut ist, kann man nach und nach die weiteren Komponenten anschließen. Angefangen beim Prozessor über den Arbeitsspeicher, Festplatte(n), Grafikkarten und Co.. Wenn man sich beim Einbau an die Anleitungen hält kann man wenig falsch machen. Wichtig ist es mit den teilweise sehr empfindlichen Komponenten behutsam umzugehen. Beim Einbau muss keine Gewalt angewendet werden, wenn etwas nicht auf Anhieb passt sollte man lieber nochmal in der Anleitung nachsehen. Nachdem die Komponenten verbaut sind, kann es an die abschließende Verkabelung gehen.

Im Gegensatz zu Fertig-Rechnern kann man beim Eigenbau durchaus Geld sparen und bestmöglich aufeinander abgestimmte Komponenten verwenden. Hinzu kommt schlicht der Spaßfaktor beim Zusammenbau des eigenen Rechners und das erhabene Gefühl, wenn dieser schließlich zum ersten mal hochgefahren wird.

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