Montag, 3. Dezember 2018

Die Erfolgsgeschichte des E-Sports

Was in den 1990er Jahren als LAN Partys in dunklen Kellern oder Gemeindezentren und Sporthallen begann, hat sich heute zu einem weltweiten Massenphänomen entwickelt, bei dem es nicht mehr nur um das reine Spielen geht. Die Rede ist vom professionellen Gaming oder anders ausgedrückt: Elektronischer Sport - E-Sport. Mit den LAN Partys von einst hat E-Sport heute wenig gemeinsam, bis auf dass mehrere Personen zusammen ein Spiel spielen. Zum einen haben sich selbstverständlich Hard- und Spoftware weiterentwickelt, zum anderen hat sich die Szene innerhalb der letzten Jahre immer weiter professionalisiert.



Auch der Frauenanteil hat sich innerhalb der Szene deutlich erhöht. Mittlerweile setzt sich E-Sport auch deshalb so stark durch, weil zahlreiche, auch eigentlich Branchen-ferne Unternehmen bei großen Events als Sponsor auftreten. Doch der Reihe nach. Wie konnte sich E-Sport von einer Nerd-Nische heraus zu einem globalen Massenphänomen werden?

Breitband und Internetflatrates haben den Weg geebnet

Die allerersten Anfänge des heutigen E-Sport Phänomen können wohl in den 1970er Jahren gefunden werden, das weltberühmte Pong war eines der allerersten kompetitiven Multiplayerspiele. Es sollte jedoch noch eine Weile dauern, genau genommen bis zum Beginn des Internets. Mit Beginn des Internets hatten Gamer die Möglichkeit sich weltweit zu vernetzen und Teams zu bilden oder Online Turniere auszutragen.

Die erste entscheidende Voraussetzung für die Erfolgsgeschichte des E-Sports war sicherlich die Einführung von Internetflatrates. Hier war Deutschland keinesfalls in einer führenden Position. In Südkorea hingegen, trieb die damalige Regierung im Jahr 1997 den Breitbandausbau massiv voran, was zur Eröffnung zahlreicher Internetcafés führte, in denen auch Gamer ihrem Hobby nachgehen konnten. Bis heute sind die südkoreanischen E-Sportler ähnlich überlegen wie beispielsweise Jamaikaner im Sprint.

Einfluss weit über die Gaming-Szene hinaus

Mittlerweile hat E-Sport einen weit über die Gaming-Szene hinausgehenden Einfluss sowohl auf Kultur und Wissenschaft als auch auf Entertainment und Marketing. Rund um den eigentlichen Sport herum hat das E-Sport Phänomen für zahlreiche Begleiterscheinungen gesorgt. Selbstverständlich sind aufgrund der enormen Aufmerksamkeit die E-Sport Events heute schaffen immer mehr große Unternehmen daran interessiert auf diesem Markt Fuß-zufassen. So ist kürzlich beispielsweise Mercedes eine E-Sport Werbepartnerschaft eingegangen. Große Turniere werden längst live übertragen und Millionen Menschen verfolgen Großveranstaltungen als reine Zuschauer. Auch E-Sport Wetten haben sich mittlerweile etabliert und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Mittlerweile haben zahlreiche Buchmacher und Wettanbieter auch E-Sport Wetten in ihrem Programm.

Offizieller Hochschulsport und Aussicht auf die olympischen Spiele

Weiterhin gibt es Bücher über die Geschichte des E-Sports, wissenschaftliche Arbeiten die sich mit dem Thema auf unterschiedlichste Weise befassen oder auch Filme über E-Sport oder seine Stars. Die Stars der Szene sind längst bekannt wie Popstars oder berühmte Sportler, die Gehälter nehmen langsam ähnliche Züge an. Man kann daher davon ausgehen, dass der Einfluss weiter zunehmen wird und sich E-Sport im Zuge der Expansion weiter professionalisieren wird. In manchen deutschen Universitäten gilt E-Sport schon als offizieller Hochschulspot, so etwa in der Uni Bayreuth. In drei Jahren, bei den Olympischen Winterspielen 2022 in China, können aller Wahrscheinlichkeit nach die ersten Medaillen von E-Sportlern in Empfang genommen werden.

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