Dienstag, 10. Juli 2018

eSport - eine boomende Branche

eSport wird immer populärer und setzt sich in vielen Bereichen mehr und mehr durch. eSport dabei zu verallgemeinern wird der Sache jedoch nicht gerecht. Innerhalb des Genres ist es genau unterschiedlich wie beim „normalen“ Sport. So wie man zwischen Fußball, Tennis, Schwimmen oder Golf unterscheidet, kann man es auch zwischen den einzelnen eSport Disziplinen tun. Auch wenn beim eSport die Bewegung im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten eher kurz kommt, die Stressbelastung beim professionellen Zocken ist Experten zufolge mit der beim Bogenschießen zu vergleichen.

Kontinuierlich steigende Umsätze

Der Umsatz der Gesamtbranche kennt nur einen Trend: Aufwärts. Während der Gesamtumsatz im Jahr 2014 noch bei etwa 194 Millionen Dollar lag, wird für das kommende Jahr 2019 bereits mit einem Gesamtumsatz von etwa 1072 Millionen Dollar gerechnet. Vor allem mit Tickets, Werbung, Merchandising und Medienrechten verdient die Branche ihr Geld. eSport ist damit auf dem besten Wege ein Milliardengeschäft zu werden

Teilweise stellt eSport schon eine Konkurrenz zu einigen „richtigen“ Sportarten dar, was man unter anderem auch daran sehen kann, dass es bereits möglich ist, auf eSport zu wetten. Auch immer mehr Branchen-externe Firmen beteiligen sich als Sponsor an eSport Events. Populäre Fußballmannschaften wie Schalke 04 oder Paris Saint Germain oder Manchester City haben mittlerweile bereits eigene eSport Teams (Clans) aufgestellt und spielen dabei nicht wie zu erwarten wäre Fifa sondern League of Legends.

Auch die Preisgelder steigen

Die Tendenz zum Wachstum hält auch hierzulande an. Auch deutsche Sender wie Sport1 beispielsweise, zeigen die Highlights von eSport Turnieren im Fernsehen. „Früher“ haben Kids Computerspiele gezockt um sich die Zeit zu vertreiben. Heute hingegen kann das ambitionierte Zocken durchaus zu einer Karriere führen. Das Team Wings Gaming gewann bei einem Dota2 Turnier im Jahre 2016 ein höheres Preisgeld als die Gewinnerin der Australian Open, US Open und Wimbledon Angelique Kerber. Nicht wenige können heute vom Zocken leben. Innerhalb der Branche werden junge Nachwuchsspieler Spieler genau wie in klassischen Sportarten umgarnt, umworben und gekauft. Millionen Spieler verfolgen die Turniere weltweit im Netz. Anders als in klassischen Sportarten hat der eSport viel mehr internationalen Charakter.

Auf dem Weg nach Olympia

Was bis vor wenigen Jahren noch unvorstellbar war, ist heute beinahe Realität: Schon 2022 könnte eSport ganz offiziell olympisch werden und somit endgültig mit anderen Sportarten gleichgestellt werden. Bei den olympischen Winterspielen Anfang des Jahres in Pyeongchang durften fünf eSportler bereits die Olympische Fackel tragen. Dabei ist der sportliche Charakter des professionellen Computerspielens nicht von der Hand zu weisen: Neben der technischen Beherrschung des jeweiligen Spiels sind beim eSport vor allem Auge-Hand-Koordination, Reaktionsvermögen und Ausdauer gefragt. Ob olympisch oder nicht, derzeit sieht alles danach aus, dass es nur noch eine frage der Zeit ist, bis eSport genau so populär ist wie es der internationale Fußball heute ist.

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